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Oolong Tee

  Chinesischer Oolong (wulong) wird aus einer distinkten Varietät der Teepflanze (Camellia sinensis) hergestellt, die ihre Heimat in der Fujian Provinz in Südost Chinas und in Teilen und Taiwans hat. Die Geschichte dieser Varietät reicht mindestens 400 Jahre zurück, wobei ihre Wurzeln in den Wuyi Bergen der Fujian Provinz vermutet werden. Der Teeanbau in Taiwan (Formosa) begann ursprünglichen mit Siedler aus der Fujian Provinz im zentralen Bereich der Insel in einem kleineren Areal namens Lugu.

Oolong Tees werden oft als ein „Mittelding“ zwischen Grünem und Schwarzem Tee oder als Teilfermentiert / Oxidiert bezeichnet. Technisch gesehen, bezogen auf den Grad der Fermentation, stimmt dies zwar, da der Grad der Fermentation beim Oolong Tee bei 15 – 75 % liegt. Nichtsdestotrotz ist diese Klassifikation irreführend da die Herstellungsprozesse, das breite Farbenspektrum und das unverwechselbares Aroma der Oolong Teesorten einzigartig sind. Es wird gesagt, dass Oolong Tee der am schwierigsten herzustellende Tee ist und es enorm großer Erfahrung bedarf, um die Vielfalt im Geschmack, an Düften und an Farben des gebrühten Tees zu erreichen. Bei einem Vergleich von Tee und gemalter Kunst sagte der Teemeister, Lin Zhi, das Oolong Tee die Komplexität Ölgemälde hat, wobei Schwarzer Tee eher mit Aquarellen und Grüner Tee mit chinesischen Tusche Zeichnungen vergleichbar ist.

Die Unterschiede zu anderen Tees beginnen schon mit der Ernte. Teeblätter für Oolong werden im allgemeinen wesentlich später geerntet als Blätter für Grün und Schwarz Tee. Selbst „Frühlings Oolong“ wird nicht vor April oder Mai geerntet und anstelle des üblichen „two leafs and a bud“ werden 3 – 4 frische offene Blätter geerntet. Außer in manchen in Taiwan hergestellten Oolong Tees finden sich nur selten Knospen im Tee. Nachdem die Ernte der Blätter für das Jahr stattgefunden hat, dauert es oft mehrere Monate bevor der Tee im Juli zum Verkauf steht. Die späte Pflückzeit ist notwendig, damit die Teepflanzen größere Blätter bekommen haben, welche reich an ätherischen Ölen sind und widerstandsfähig genug für den Produktionsprozess sind. Diese ätherischen Öle sind die Vorläufer des einzigartigen Geschmacks, der durch vorsichtig kontrolliertes Fermentieren / Oxidieren und mehrstufige Trocknungsprozesse herausgearbeitet wird.

Es gibt annähernd so viele Möglichkeiten Oolong Tee herzustellen, wie es Teegärten gibt. Jedoch lässt sich der prinzipielle Prozess wie folgt beschreiben: direkt nach dem Pflücken lässt man die Blätter einige Stunden in der Sonne welken. Haben die Blätter genügend Feuchtigkeit verloren sodass sie geschmeidig geworden sind, werden diese in einem Raum oder an einem schattigen Ort abgekühlt. Vorsichtiges Verletzen der Bettränder „Yaoqing“ durch schütteln in einem Korb ermöglichen den Beginn der Fermentation / Oxidation. Anschließend werden die Teeblätter wieder gekühlt; kühlen und „Yaoqing“ können mehrmals wiederholt werden. Wenn der gewünschte Fermentationsgrad erreicht ist werden die Blätter kurz stark, meist in einem Luftstrom, erhitzt um alle enzymatischen Reaktionen zu stoppen. Die Teeblätter werden nun in Pellets oder kleine Perlen gerollt „Rouqing“ und abschließend bei geringer Hitze getrocknet. Variationen im Geschmack können unter anderem durch Variation der Temperatur beim Trocknen erreicht werden. Es ist außerdem erwähnenswert, das der Teemeister beim Verarbeiten von Tee nie an das Trocknen, sondern immer nur an das Entfernen von Feuchtigkeit denkt. Auch wenn sich dies für uns wie ein und dasselbe anhört, so ist es für den Chinesen etwas substantiell unterschiedliches. Der Tee ist nie „wirklich“ trocken und in verschiedenen Produktionsschritten, wenn der Tee einen bestimmten Anteil an Feuchtigkeit enthält kommen verschieden Verfahren um das Wasser zu entziehen zum Einsatz. Der Teemeister bestimmt den Grad der Feuchtigkeit durch das Aussehen, das Gefühl und vor allem durch den Geruch.

Es gibt zahllose Variationen Oolong herzustellen und eine detaillierte Beschreibung ging weit über diese kurze Einführung hinaus. Nimmt man jedoch sehr generalisierte Charakteristika so sind sich Anxi und Taiwan Oolong sehr ähnlich sowie die Wu Yi und Dan Cong Oolong. Anxi und Taiwan Oolong werden in kleine Perlen gerollt, sind nur wenig fermentiert und zeichnen sich durch einen leichten Geschmack mit einem ausgeprägten Nachgeschmack aus. Dan Cong und Wu Yi Oolongs, mit ihren der Länge nach gerollten Blättern sind im allgemeinen stärker fermentiert und haben einem recht starken Geschmack und einem süßen leichten Nachgeschmack.

In letzter Zeit sind einige Studien erschienen, die sich mit der Rolle von Oolong Tee im Zusammenhang mit Übergewicht und Gewichtsverlust beschäftigen. Die traditionelle chinesische Medizin verwendet gerade die stärker Fermentierten Oolong Tees bei Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen und nach übermäßigem Alkoholkonsum. Aber, wie mit allen Tees sollte für uns zunächst das Erlebniss den Tee zu genießen im Vordergrund stehen; finden sich dazu noch positive Eigenschaften für die Gesundheit, so ist dies noch das Tüpfel auf dem „i“.